Samstag, 26. November 2016

Hat der Defender eine Heizung?

Was ist das denn für eine Frage? Ist mir der bevorstehende Winterbeginn zu nahe gegangen?

Die Frage ist berechtigt, wenn man weiss, dass in der nahen Vergangenheit den Konstrukteuren de Defenders das thermische Wohlbefinden seiner Insassen nicht so wichtig war.

Also hat er eine Heizung?

Ja klar, mit einem Blick auf die Mittelkonsole identifiziert man sogar mechanische Drehregler, welche bei modernen Autos längst elektronischen Tasten weichen mussten:


Na, und wie heizt er denn? Sagen wir mal im Vergleich zu anderen Autos, welche in diesem Jahrhundert gebaut wurden?

Konkretes Beispiel:
  • 5 Grad Aussentemperatur, Motor kalt, Heizungsregler voll aufgedreht, Lüftung Stufe 1
  • 3 Minuten Stadt: kalt
  • +5 Minuten Landstrasse: lauwarme Luft kommt
  • +10 Minuten Autobahn: warme Luft kommt
  • +5 Minuten Landstrasse: innen ist es behaglich warm
  • +30 Minuten Autobahn: es wird ungemütlich heiss
Also warm wird es nach rund 20 Minuten.  Bei 12 Liter Kühlwasser dauert das halt seine Zeit. Moderne Autos haben 3-4 Liter Kühlwasser.

Nach weiteren 30 Minuten muss man die Heizung runterregeln. Dabei fällt einem auf, dass das gar nicht so einfach ist. Eine konstante Temperatur kann nicht eingestellt werden, weil die Heizung geschwindigkeitsabhängig funktioniert. Schneller fahren = besser heizen.

Nun wird die rechte Wade des Fahrers unangenehm heiss, wenn der Luftstrom nach unten gerichtet ist. Hier hilft nur der nachträgliche Einbau einer Abschirmung - der sogenannte "Heat Deflector" siehe diesen Beitrag.

Bei minus 20 Grad sieht das schon ganz anders aus: hier braucht man Geduld und darf nicht kälteempfindlich sein, wenn man Defender fährt. Vor allem, weil es bei vielen Defender noch reinzieht (nicht bei mir; Dichtungen sind top/erneuert, Türen richtig eingestellt).

Ach so: die hinteren Passagiere müssen frieren, denn hinten sind keine Luftauslässe. Schade drum.

Zum Vergleich: bei einem normalen Golf wird es nach drei Minuten warm und dann wird die Temperatur automatisch gehalten. 

Dienstag, 1. November 2016

Winterreifen sind drauf...

... und die Standheizung ist repariert.

Zwei interessante Details am Rande:

1. Winterräder ohne Spurverbreiterung. Eigentlich ohne Absicht - ich habe sie einfach vergessen. Aber ich finde, es sieht stimmiger aus. Wenn die Räder weiter innen im Radkasten stehen, unterstreicht das den altmodischen Charakter des Fahrzeugs.

2. Die Standheizung musste nach sieben Jahren instandbesetzt werden: der Brenner hält offensichtlich nicht ewig. Bei der Reparatur (offizieller Webasto Stützpunkt) wurde festgestellt, dass die Standheizung beim Einbau im Sitzkasten überhitzt. Das dürfte die Ursache für den Defekt sein. Also wurde eine Frischluft-Ansaugung nach aussen gelegt.


15 Grad und Sonne. Vielleicht braucht man ja dieses Jahr die Winterreifen. Falls nicht: auch egal.

Sonntag, 9. Oktober 2016

3. Bremsleuchte in LED

Ich habe ja vor einiger Zeit alles Glühobst durch LEDs ersetzt. Auch in der dritten Bremsleuchte, hinten, steckt eine LED statt einer Glühlampe. Aber diese leuchtet eher punktförmig statt flächig. Daher kam das Angebot von Nakatanenga gerade recht, das ganze Modul durch eines aus LED zu ersetzen.

So sieht das ganze aus - sogar zugelassen mit E-Kennzeichen:


Vorne der Originaleinsatz; hinten das LED Modul. Das "Glas" beim LED Modul ist schwarz; die LEDs leuchten selbstverständlich rot - und zwar ziemlich hell:


Instrumentenringe aus Aluminium

Der Defender hat um die Instrumente silberne Plastikringe, denen man auch ansieht, dass sie aus Plastik sind.

Nun bietet Croytec in UK als Ersatz dafür Ringe aus Aluminium an, denen man auch ansieht, dass sie aus Metall sind. Bestellt und schnell geliefert.

Vier Torx Schrauben lösen und man hält die Armaturen in der Hand. Nun noch einen Stecker lösen und man kann sie zum Zerlegen z.B. in die Küche mitnehmen. Das sieht dann so aus:


Links sind die Aluringe; unten die Plastikringe. Alles ist nur geclipst und lässt sich leicht zerlegen und wieder zusammenstecken. Zusammengebaut sind es dann so aus:


Und im Fahrzeug wieder verschraubt dann so:


Die Tachoringe passen perfekt zu den Lüftungsringen, welche ebenfalls von Croytec sind.

Nur ein sinnloses Detail - aber ich finde, es sieht gut aus.

Samstag, 24. September 2016

Slick Shift - Verbesserung der Schaltung

Die Schaltung des Defenders ist zwar ganz okay - aber von einer modernen, präzisen Schaltung mit kurzen Schaltwegen doch weit entfernt.

Wenn man sich die Schaltmechanik ansieht, wird die Ursache schnell klar: diese ist aus Kunststoff gefertigt, welches ausleiert und bricht. Die Firma Synchro Gearboxes in England baut diese Teile aus Metall nach und sorgt mit einer veränderten Schaltkinematik auch für eine Schaltwegeverkürzung.


So sieht das dann bei mir eingebaut aus:


Okay- und wie hat der Original-Hebel eigentlich ausgesehen? So:


Der Hebel und die Kugel haben Risse und sind mehrfach gebrochen. Bei dem neuen Metallteil wird das nicht mehr passieren.

Ja und wie schaltet es sich jetzt damit? Knackiger, präziser und mit kurzen Wegen. Trotzdem wird aus der Defender-Schaltung keine Golf-Schaltung - aber es kommt dem Ganzen näher. Der Kraftaufwand ist trotzdem höher als bei einem "normalen" Auto. Insbesondere das Einlegen des Rückwärtsgangs ist nichts für Schwächlinge.

Der Schalthebel kommt durch die höhere Anlenkung etwa 2 cm höher als vorher. Was durchaus vorteilhaft ist, da ich sowohl eine erhöhte Cubby Box als auch einen gepolsterten Deckel darauf habe:


Montag, 15. August 2016

Oh Gott fahre ich wenig...

54.508 km zeigt der Tacho. Ein Blick in einen alten Post zeigt, dass ich die 50.000 km Marke am 20.11.2014 geknackt hatte.

Also nach Adam Riese bin ich in den letzten 634 Tagen im Schnitt 7 km pro Tag gefahren.

Das erklärt, warum sich bei diesem Blog wenig tut. Zwischenzeitlich wollen fünf Autos bewegt werden. Im Winter tut mir der Defender leid und im Sommer fahre ich Cabrio. Weitere Strecken mit einem anderen Auto - was bleibt dann noch?

Aber hergeben bringe ich nicht über's Herz. Ich beruhige mich damit, dass die Preise nach Einstellung des Defenders gestiegen sind und dies mal ein Sammlerobjekt werden könnte.

Ausserdem ein ideales Fahrschulauto für meinen Sohn: Untersetzung rein und nichts kann passieren.

Lackierte Spiegelarme und Hecktraverse

Lackierte Spiegelarme? Jetzt übertreibt er es aber: der Gipfel der Degeneration.

Tja. Die Spiegelarme waren wie üblich beim Defender stark korrodiert. Normalerweise würde ich die austauschen lassen, denn die Spiegel kosten nur eine Handvoll Euro. Aber das sind beheizbare (!) Spiegel. Also habe ich die Arme in Wagenfarbe lackieren lassen:


Die Scharniere sind übrigens aus Edelstahl. Auch lackiert.

Und die Hecktraverse? Ja, trotz meines Einsprühens mit Wachs hat sie doch leichte Rostansätze gezeigt. Blöderweise unter den Schrauben. Also abschleifen und lackieren lassen. Diesmal nicht in Wagenfarbe sondern die Originalfarbe: seidenmatt, schwarz.


Ich möchte den Neuzustand erhalten - und bislang ist mir das ganz gut gelungen.

Tja und das alles im Rahmen der Jahresinspektion zum kleinen Preis von 1.780 Euro.

Montag, 16. November 2015

Wintervorbereitungen

Die guten Nokian Winterreifen hat er jetzt wieder drauf. Geputzt ist er auch. Geputzt? In einem Anfall von geistiger Umnachtung habe ich die Poliermaschine rausgeholt und ihn danach eingesalbt mit Wachs. Zwei Tage Arbeit. Glänzt wie ein Spiegel.

Dann noch eine Keramik-Versiegelung, aus dem schönen Korea, namens Gyeon View auf der Frontscheibe appliziert und schon steht er so da:


Dann wollte ich noch das Antennenthema lösen. Es knackt und knarzt im Radio. Antennenfuss mit Masse verbunden. Leider fehlgeschlagen. Irgendwann muss ich das ganze Teil austauschen.

Hmm und die Standheizung ist noch eine Baustelle. Wird nicht mehr so warm wie früher. Muss ich doch mal in die Werkstatt fahren.

Sonntag, 13. September 2015

Der letzte seiner Art

Nun dürfte es niemanden mehr entgangen sein, dass das Unausweichliche eingetreten ist, welches wir so lange ungläubig verleugnet haben: die Produktion des Defenders wird eingestellt. Und zwar ersatzlos.

Nun mag man die Vorschriften der EU zu Sicherheit und Umweltschutz dafür verdammen oder die gierigen Kaufleute bei Land Rover, die aus dem Fahrzeug keinen Profit mehr darstellen können - aber das ist (a) belanglos und (b) zu kurz gegriffen.

Der Begriff der "Nachhaltigkeit" ist wieder modern geworden - und der Defender erfüllt diese Kriterien par excellence. Gefertigt nach einer anachronistischen Methode,  auf lange abgeschriebenen Produktionsstätten in Handarbeit, basierend auf einer Technik - welche mit Ausnahme vom aktuellen Motor/Getriebe - bereits beim Erscheinen 1948 veraltet war und nur sehr verhalten weiterentwickelt wurde.

Diese Technik sorgt dafür, dass man automatisch verhalten und bedächtig fährt, Ballungszentren vermeidet und damit exakt das Ergebnis produziert, für welches eigentlich Gesetze und Vorschriften im Automobilbereich sorgen sollten: wenig Schadstoffe und hohe Sicherheit.

Ja, die Schadstoffbelastung der Luft aus Verkehr wurde sich in Deutschland durch diverse Umweltvorschriften in den letzten 30 Jahren trotz gestiegenen Verkehrsaufkommen permanent reduziert - aber nicht so deutlich, wie die ominösen EU-Normen nach eine völlig untauglichen Prüfzyklus uns vorgaukeln. Denn der wichtigste Hebel fehlt dem Gesetzgeber (noch): weniger und langsamer zu fahren. Oder Defender zu fahren. Da macht man das automatisch.

Defender zeichnen sich auch durch eine erstaunliche Lebensdauer aus. Belastbare Daten liegen zwar nicht vor, aber alles deutet darauf hin, dass ein Defender länger lebt, als die durchschnittlichen 18 Jahre, nach denen ein Auto statistisch in Deutschland in der Schrottpresse landet. Und das typische Auto belastet seine Umwelt mehr durch Produktion und Verschrottung als dem reinen Betrieb.

Aber die sagenumwobene Lebensdauer des Defender liegt nicht etwa an seiner ausgefeilten und zuverlässigen Technik - ganz im Gegenteil - sondern daran, dass alles an ihm so primitiv ist, dass selbst handwerklich einigermassen begabte Menschen ihn am Laufen halten können. Und erstaunlicherweise finden sich unter den Defender-Besitzern viele handwerklich begabte Menschen. Man verwechsle hier nicht Ursache und Wirkung: in der Händen eines typischen Audi-Fahrers würde der Defender auch nicht länger leben als ein Audi.

Nur der Audi-Fahrer kauft sich keinen Defender. Denn die Belastungen, die einem bei Betrieb und Unterhalt eines Defenders aufgebürdet werden, übersteigen heute die Leidensfähigkeit unseres durchschnittlichen zivilisierten Autofahrers.

Damit kommen wir zu einem weiteren Vorteil des Defenders: er ist relativ günstig. Bevor jetzt der Aufschrei losgeht "... wie kann man ein Auto für 40.000 Euro billig nennen?" beachte man das Wörtchen "relativ". Relativ zu seinen Fähigkeiten und Nutzwert. Blöd ist nur, dass niemand mehr dessen Fähigkeiten und Nutzwerte braucht. Man erinnere sich daran, dass dieses Fahrzeug dafür gedacht war, um nach dem Krieg auf unpassierbaren Strassen einige landwirtschaftliche Tätigkeiten auszuüben.

Daher soll dies auch nicht der Nachruf eines hoffnungslosen Nostalgikers darstellen sondern nur eine nachdenkliche Glosse.

Edit 2016: mit der Einstellung des Defenders sind auch die Preise gestiegen. Die letzten Sondermodelle wurden teilweise mit astronomischen Aufschlägen versucht zu vermarkten. Auch die Gebrauchtwagenpreise sind geklettert. Der Grund dafür ist, dass der Defender als Kult- und Anlageobjekt gesehen wird.

Wer ebenfalls dieser Meinung ist, und einen Defender hat (oder sich anschaffen will), sollte meine Hinweise unter "Zen - oder die Kunst einen Defender zu verändern" lesen.

Sonntag, 6. September 2015

Keine Meldungen in 2015?

Das hat zwei Gründe: erstens mal ist nichts passiert, und zweitens bin ich nicht viel gefahren in den letzten zwölf Monaten, denn der Defender hatte sowohl im Winter (ehrlich gesagt: ein Allrad-Golf fährt sich im Winter angenehmer als ein Defender) als auch im (zur Abwechslung mal schönen) Sommer harte Konkurrenz, wie man im Hintergrund erkennen kann:


Aber bei der vorgeschriebenen, jährlichen Inspektion war er doch.

Hier wurde das Öl gewechselt - und zwar (bereits zum zweiten Mal) gegen Mobil 1 New Life 0W40. Nicht freigegeben, sagen jetzt die "Experten"- vorgeschrieben ist 5W30. Und genau letzterem traue ich nicht.

In keinem Porsche Carrera wird man z.B. so ein Öl finden - die fahren alle (TraTra) Mobil 1 0W40 - wobei die ganzen Eingefleischten dort sogar das "Peak Life" 5W50 einsetzen. Auf jeden Fall läuft der Motor des Defender etwas ruhiger mit diesem Öl.

Edit: nicht nachmachen. Besonders nicht, wenn das Fahrzeug noch in der Garantiezeit ist und/oder einen DPF hat. Bei mir trifft beides nicht zu.

Was wurde ausserdem noch gemacht?
  • Klimaanlage neu befüllt. Nach fast sechs Jahren ist das Zeit, da das Kältemittel im Laufe der Zeit doch diffundiert. Angeblich 15% pro Jahr.
  • Hintere Bremsen instandgesetzt - das Fahrzeug zog (wieder mal) schief beim Bremsen. Offensichtlich hat der Vollpfosten, der mir vor zwei Jahren die hinteren Bremsen getauscht hat, die Bremskolben nicht korrekt montiert. Nie mehr freie Werkstätten.
  • Ozonbehandlung im Innenraum. Das entfernt in der Tat alle Gerüche, die sich über die Zeit so ansammeln können und sterilisiert den Innenraum. Kann nicht schaden.
  • Ach und Kleinigkeiten, wie der Rückfahrscheinwerfer, der nicht mehr ging oder die vordere Scheinwerferblende, welche korrodiert war

Montag, 29. Dezember 2014

Allrad in anderer Verpackung

Irgendwie war es mir nach einem alltagstauglichen, kleinen und schnellen Auto. Das Leasingangebot war verlockend - also habe ich zugegriffen. Seit Dezember steht er vor der Tür:


Nur 4 Zylinder und 2 Liter Hubraum - aber der Turbolader haucht ihm 300 PS ein. Allradantrieb, Automatik.

Ach so: den Defender ersetzt er nicht - sondern er ergänzt ihn.


Klein? Alles eine Frage der Perspektive:



Sonntag, 30. November 2014

50.000 Kilometer

64 Monate oder fünfeinhalb Jahre ist er jetzt alt und hat gerade die 50.000 km Marke erreicht.


Was uns zum Einen sagt, dass ich im Schnitt 780 km im Monat oder unter 10.000 km pro Jahr mit dem Defender fahre.

Und zum Anderen, dass ich den Defender schon lange Zeit habe - zumindest für meine Verhältnisse. In den 35 Jahren, in denen ich Auto fahre, habe ich kein Auto so lange behalten.

Moment: zwei Porsche habe ich noch länger. Zu meiner "Entschuldigung" muss ich sagen, dass der eine Porsche über 30 Jahre alt ist und permanent im Wert steigt und der andere Porsche meiner Frau gehört, die ihn mich nicht verkaufen lässt, obwohl sie mit der räudigen Karre niemals fährt.

Warum habe ich den Defender so lange behalten?

Na, irgendwie muss ich ihn doch toll finden. Und ja - das stimmt. Warum? An den überragenden Fahrleistungen, dem sagenumwobenen Komfort, niedrigen Unterhaltskosten und der bewundernswerten Zuverlässigkeit kann es nicht liegen. Eher daran, dass sich mein Herz immer noch am Defender erfreut, wenn ich ihn nur ansehe oder einsteige. Und ja - allen Unkenrufen zum Trotz: auch, wenn ich den Schlüssel umdrehe und damit fahre.

Also habe ich mich dazu entschlossen, ihn zu behalten. Und ihm sogar ein "Schonfahrzeug" zur Seite zu stellen, damit er noch länger leben kann - welches wohl nächste Woche kommt. Stay tuned.

Montag, 13. Oktober 2014

"Alte" Winterräder erneuert

Was ist denn jetzt wieder so spektakulär an seinen alten Winterrädern? Okay, es sind 17 Zoll Räder mit 265/70 R 17 Winterreifen.

Erstens war ein Reifen defekt. Nagel drin. Leider gibt es den Nokian Hakkapeliitta LT nicht mehr sondern nur noch den LT2. Einen neuen Reifen alleine kann man nicht drauf machen - also zwei, so dass zumindest eine Achse identisch bereift ist.

Zweitens waren die Felgen schwarz glänzend. Und auch kein schöner Lack. Kratzer drin. Fand ich hässlich. Also neu mattschwarz pulverbeschichten.

Drittens hatten die Felge eine Einpresstiefe von 20 mm bei 8 Zoll Breite. Damit stehen sie weiter innen im Radkasten als die Sommerräder mit ET 5 bei gleicher Breite. Also kamen H&R Spurverbreiterungen drauf.

So sieht es jetzt in der Totale aus:


Mattschwarze 17 Zoll Felgen mit 265er Nokian Winterreifen. Wie machen sich die Spurverbreiterungen? ET 20 mit SPV 33 ergibt ja negativ 13 mm Einpresstiefe... Na wenn man genau hinschaut...


... könnte man der Auffassung sein, dass die Radabdeckung nun grenzwertig ist. Sieht aber gut aus. Und fährt sich spektakulär gut. So einen guten Radsatz hatte ich noch nie auf dem Defender: leise, komfortabel und absolut spurstabil.

Edit - weil schon mehrere Fragen dazu kamen:
  • Nein, die Felgen haben keine Zulassung. Sind meine Winterräder; zum TÜV muss ich im Sommer.
  • Nein, die Felgen gibt es nicht mehr. Alternativ empfehle ich die MaxXtrac Manta Wheels von Silverline - gibt es als 16, 17, 18 und 20 Zoll Varianten

Sonntag, 28. September 2014

Endlich klare Sicht: Scheibenversiegelung und Bosch Aerotwin Wischer

Irgendwie ist die Windschutzscheibe des Defenders nicht so toll vergütet, wie bei modernen Autos. Und die Scheibenwischer stellen eine historische Konstruktion dar. In Folge fehlt oft die klare Sicht im Vergleich zu anderen Autos.

Nachdem ich schon früher mit verschiedenen Wischern und Scheibenversiegelungen relativ erfolglos experimentiert habe, ist mir nun ein Durchbruch gelungen.

Zum einen habe ich eine neue Windschutzscheibe erhalten, da die Scheibenheizung defekt war. Das habe ich zum Anlass genommen, die neue Scheibe gleich mal mit Glaspolitur und einer Poliermaschine zu behandeln. Danach habe ich eine Scheibenversiegelung aufgebracht: Optimum Opti-Glass.

Das hat schon einmal zu ziemlich klarer Sicht geführt. Nur streifenfrei Wischen war nicht ganz perfekt.

Dann habe ich entdeckt, dass es die Bosch Aerotwin Scheibenwischer auch in dem winzigen Defenderformat gibt. Draufgesteckt.

Und jetzt ist es perfekt.


Wer sich wundert, warum der Defender so glänzt: heute habe ich in einem Anfall von Winterpanik den Wagen gewaschen und mit Dodo Supernatural Hybrid Wachs behandelt. Schon toll, welchen Glanzeffekt dies bringt. Und hoffentlich schützt es auch den Lack über den Winter. Na ja, wird schon: der Lack dürfte nach über fünf Jahren als neuwertig durchgehen.

Sonntag, 14. September 2014

Mudstuff Heater Deflector und Dirt D-Fender

Im Vorgriff auf den kommenden Winter habe ich zwei Sachen modifiziert, die mich am Defender immer schon gestört haben.

Die Heizung. Sie geht zwar wirklich gut - aber im Fussraum bläst sie die heisse Luft genau auf den Unterschenkel des Fahrers. Insbesondere, wenn man eine dünne Anzugshose anhat, wird das recht langfristig unangenehm. Ja, man könnte die Heizung einfach runterdrehen - aber ich habe es halt gerne warm.

Der Mudstuff Heater Deflector lenkt die heisse Luft an eine bessere Stelle. Das funktioniert auch tadellos, wie ich ausprobiert habe. Keine angebrannten Füsse mehr.


Der Dreck an der Seite. Die vorderen Räder verteilen den Dreck sehr schön an der Seite - bis hoch zum Seitenfenster. Insbesondere, wenn man (wie ich) breitere Reifen hat, welche weiter raus stehen. Irgendwann kann man nach ausgiebigen Fahren auf gesalzenen Strassen nicht mehr zum Fenster raussehen - und es ist auch kein grosser Spass, den ganzen Kram im Winter wieder zu entfernen.

Der Mudstuff Dirt D-Fender ist ein kleines Plastikteil, der wirklich effizient verhindert, dass sich der ganze Dreck an der Fahrzeugseite absetzt.


Wird einfach genietet. Könnte man auch lackieren, wenn man will.

Samstag, 13. September 2014

Fox Stoßdämpfer defekt

Im Juli ist mir aufgefallen, dass der Defender komische Geräusche macht. Beim Überfahren von Bodenunebenheiten (Kanaldeckel reichen) kommt es zu einem seltsamen "Klonk" Geräusch. Metallisch. Aus dem Bereich der Hinterachse.

Alles aus dem Kofferraum ausgeräumt - nichts. Geschaut, ob etwas locker ist oder wackelt - nichts. Unter das Auto gekrochen und an allem gerüttelt - nichts. Foren befragt: die raten dazu, die Stoßdämpfer festzuziehen. Nichts. Aufhängung der Stoßdämpfer - nichts.

Also beim Händler angerufen: der hat erst wieder Zeit im September. Na ja. Also September. Fahrzeug wurde abgeholt; ein Range Rover Sport dafür dagelassen. Am nächsten Tag der Anruf: "ein Stoßdämpfer ist kaputt". Hat seine Gasfüllung verloren und lässt sich ohne Widerstand ein- und ausfahren.

Verdammt. Das waren die sündhaft teuren Fox Racing Shocks. Bezugsquellen abtelefoniert: Pleite. Erst in einigen Wochen lieferbar. Und dann 350 Euro das Stück.

Ratlos. Seriendämpfer auch nicht lieferbar, da die lt. Händler "nie kaputt gehen". Also hat der Händler kurzer Hand einen Vorführwagen "geschlachtet"; ihm seine Stoßdämpfer geraubt und bei mir eingebaut. Bingo.

Heute abgeholt. Wie fährt er? Ich merke keinen Unterschied.

Die Moral aus der Geschichte: sündhaft teure Anbauteile können im Fehlerfall einen ganz schön in Not bringen.

Edit: rund 800 Euro hat der "Spass" gekostet, die Dämpfer zu tauschen.

Dienstag, 8. Juli 2014

Zwei Brüder

Auf dem ersten Blick völlig unterschiedlich - haben sie doch mehr Gemeinsamkeiten als man denkt:

  • Der Zündschlüssel sitzt bei beiden links
  • Beide sind laut und unkomfortabel
  • Bei beiden sitzt man nur vorne gut
  • Beide sind technisch ungewöhnlich
  • Jedes der beiden Fahrzeuge ist optisch einzigartig und markant
  • Beide basieren auf einer jahrzehntealten technischen Plattform
  • Beide sind seit vielen Jahren in meinem Erstbesitz
  • Bei beiden treiben mich die Inspektions- und Unterhaltskosten in den Wahnsinn
Nur: der eine ist schnell; der andere ist langsam. Im Prinzip eine perfekte Kombination.

Samstag, 5. Juli 2014

Defender fahren: ein günstiges Vergnügen, oder?

Nun, der Defender ist ein relativ günstiges Auto. Anschaffungspreis nicht übertrieben; Wertverlust gering; Verbrauch hält sich in Grenzen. Günstig?

2.477 Euro.

Das war der Preis für die letzte Inspektion plus Zusatzarbeiten. Ein wenig aufgeschlüsselt:
  • 543 Euro für eine grosse Inspektion; davon 305 Euro Arbeit; 229 Euro Teile (Ölfilter, Kraftstoffilter, Öl für Achsen und VTG... eigenes Motoröl wurde mitgebracht)
  • 102 Euro für TÜV
  • 66 Euro für Räder wuchten
  • 99 Euro für Nachspritzen Hohlraumversiegelung
  • 151 Euro für Erneuerung der Trittstufe hinten
  • 238 Euro für den Einbau der beheizbaren Aussenspiegel (wurden mitgebracht)
  • 38 Euro für Austausch der Fensterschachtdichtung links
  • 207 Euro für eine neue Batterie (auf meinen Wunsch)
  • 297 Euro für den Austausch der Ölwanne (davon 163 Euro Arbeit)
  • 364 Euro für Austausch des AGR (davon 152 Euro Arbeit)
  • 379 Euro Mehrwertsteuer
  • ergibt 2.477 Euro brutto
Und was nicht berechnet wurde (Preise geschätzt):
  • 800 Euro für Austausch Windschutzscheibe (Teilkasko)
  • 800 Euro für neuen Scheibenrahmen mit Lackierung (Rostgarantie)
  • 500 Euro für Entrosten und Lackieren der Türe (Rostgarantie)
Die letzte Inspektion war nicht viel billiger. Okay - auch ein paar Sonderarbeiten dabei - aber hier auch Revision der hinteren Bremsen.

Na, werden einige sagen: das ist halt der Preis dafür, wenn man sein Auto im perfekten Neuwagenzustand erhalten will und noch Sonderwünsche hat.

Dann vergleichen wir doch mal mit dem Wagen meiner Frau. Die fährt immer einen neuen Leasing BMW (welcher ab und zu in diesem Blog im Bild rumgeistert). Meist drei Jahre, 60.000 km.

Inspektionen/Wartung? In drei Jahren max. eine Inspektion und ein Ölwechsel. Rund 500 Euro. Dann meist an einer Achse eine Bremse neu. Wenn man Pech hat, an beiden Achsen. Wenn man Glück hat, nur Beläge - ansonsten Beläge+Scheibe. Maximal 1.000 Euro pro Achse. Minimal 300 Euro.

Das war's. Keine Defekte; keine ungeplanten Reparaturen; nix.

Okay, die Karren kosten mehr als doppelt so viel wie ein Defender; fahren aber auch nur drei Jahre und die Unterhaltskosten sind günstig. Vollkosten wahrscheinlich günstiger.

Sonntag, 29. Juni 2014

Sommer-Update

Nun habe ich schon seit mehreren Wochen nichts mehr geschrieben. Wahrscheinlich, weil das Auto einwandfrei läuft und nichts modifiziert wurde. Aber angesichts des jährlichen (50.000 km) Inspektionstermins (der wie immer bei Kohler in Hurlach ausgeführt wird), werden folgende Projekte erledigt:
  1. TÜV. Fertig. Interessanterweise sind dem TÜV zwar meine LEDs aufgefallen - aber er hat sie "geschluckt" nach Grummeln (... wenigstens erfüllen sie die Funktion).
  2. Die heizbare Frontscheibe geht nicht mehr - muss gewechselt werden.
  3. Dann kommen gleich passend beheizte Aussenspiegel dran, welche mit der heizbaren Frontscheibe geschaltet werden. Hätte ich normalerweise nicht gemacht - aber die Spiegelarme waren eh korrodiert und bei landreiziger.nl gibt es die Spiegel preiswert, fertig als Kit.
  4. Die Batterie wird getauscht gegen eine Moll AGM - nicht, weil die alte defekt war - sondern weil ich dies nach fünf Jahren für sinnvoll hielt. Soll ja auch im nächsten Winter problemlos anspringen.
  5. Als Motoröl liess ich statt dem vorgeschriebenen Standard 5W30 nun Mobil 1 New Life 0W40 einfüllen - nicht LR Spezifikation - aber, wenn es gut genug ist für einen Porsche, dann soll es auch im Defender gehen.
  6. Dabei fiel auf, dass die Ölwanne leicht undicht ist - Austausch.
  7. Das AGR machte schon seit einigen Wochen seltsame Geräusche - wird prophylaktisch ausgetauscht, da es eh eine bekannte Schwachstelle des Defenders darstellt.
  8. Na ja und unter der Türschachtdichtung links befindet sich ein leichter Rostansatz, welcher entfernt werden soll. Tür wird neu lackiert. Geht auf Garantie.
  9. Nach dem Wechseln der Windschutzscheibe wurde wieder einmal Rost m Scheibenrahmen festgestellt. Wird lackiert. Geht auch auf Garantie.
  10. Die Trittstufe hinten rostet und wird ersetzt (muss man alle 2-3 Jahre machen, wenn man Perfektionist ist).
Das ist nur ein Zwischenstand. Der Wagen ist noch nicht zurück. Gute Arbeit dauert halt.

Sonntag, 26. Januar 2014

LED Rücklicht: ist es zu stark bist Du zu schwach

Im vorletzten Sommer habe ich ja meine Glühbirnen am Defender weitgehend durch LEDs ersetzt.

Siehe Beitrag vom 21.7.2012

Von den Standlichtern war ich ja überzeugt - aber die Rück- und Bremslichter waren auch nicht heller als vorher. Rein empirisch habe ich das darauf geschoben, dass die roten Gläser zu viel Licht von der weissen LED schlucken.

Jetzt habe ich also mal zwei rote LED bestellt - und musste zu meiner Freude feststellen, dass es die Teile inzwischen sogar in einer 20 Watt Version gab - ich hatte nur 9 Watt.

Okay, die Wattangaben sind wahrscheinlich nur ein Marketingtrick - aber was soll's: ausprobieren.

Eines der Rücklichter rausgeschraubt (die waren übrigens innen trocken - erstaunlich) und die weisse LED betrachtet, die ich vor 1,5 Jahren eingebaut hatte:


Dann die neue, rote LED reingesteckt:


Hmm - erst mal nicht spektakulär oder? Na ja, dann das Lampenglas wieder raufgeschraubt und verglichen. Links die neue LED; rechts die alte LED:


Oha! Was für ein Unterschied!

Und wenn man bremst - siehe da:


Das scheint geringfügig heller zu sein als vorher, oder?

Jetzt vergleichen wir doch mal das normale Rücklicht (jetzt links und rechts neue LED verbaut) mit dem Nebelscheinwerfer. Verblüffend:


Das Rücklicht ist jetzt ungefähr so hell wie der Nebelscheinwerfer.

Die drei Bilder kann man nicht mit einander vergleichen, weil das iPhone natürlich je nach Helligkeit die Belichtung anpasst.

Hmm - vielleicht habe ich es jetzt etwas übertrieben - habe jetzt noch rote Punkte auf der Netzhaut vom Fotografieren.

Die Helligkeit muss überprüft werden. Am besten geht das, indem man den LED Defender neben irgendein anderes Fahrzeug stellt, welches serienmässig mit LED Rücklichtern ausgestattet war. Da kam doch ein nagelneuer BMW wie gerufen.

So sehen die normalen Rücklichter aus:


Und hier mit Bremslichtern (sorry für die Belichtung; nicht einfach mit dem iPhone nachts):


Selbst die neuen LED Lichter des Defenders, die noch so eindrucksvoll in der Tiefgarage geleuchtet haben, verblassen förmlich neben den BMW LEDs.

Ja Hilfe - wie sieht denn dann die Serienbeleuchtung des Defenders aus? Wie ein Fahrrad-Rücklicht.

Update 2016: zum zweiten Mal mit den LEDs erfolgreich den TÜV bestanden.