Mittwoch, 11. Januar 2012

Vergleichstest mit Defender 2.2 MY12

Die Zeitschrift OFF ROAD hat den neuen 2012er Defender 90 TD4 mit 2.2 Liter Motor von Land Rover zum Testen erhalten. Ich wurde heute gebeten, meinen Defender mit dem "alten" 2.4 Liter Motor zum Vergleich zur Verfügung zu stellen.

Also ab nach Langenaltheim. Dort gibt es einen Offroadpark. Und da stand ein nagelneuer Defender, den ich gleich mal geentert habe. Leiser war er. Und recht spritzig. Einen Unterschied zu meinem Motor konnte ich sonst nicht erkennen. Am Schluss waren alle Autos ziemlich dreckig:


Der MY12 verschränkt besser, weil er hinten keinen Stabilisator hatte. 90er auf Stahlfelgen werden immer ohne Stabilisator ausgeliefert. Auf der Strasse konnte ich keinen Unterschied feststellen. Aber den Berg kam der MY12 viel besser hoch. Man kann das auf dem Bild schlecht erkennen, aber das ist eine 100 Prozent Steigung.


Der einzige Unterschied im Motorraum ist der Dieselpartikelfilter im MY12. Dieser wurde sehr elegant und offroad-tauglich verbaut - nicht wie üblich irgendwo unter dem Auto sondern geschickt im Motorraum. Und dann noch eine andere Schallschluckabdeckung. Die wird wohl nicht für den leiseren Lauf verantwortlich sein sondern die modifizierte Einspritzanlage.

 

Im Hintergrund ist der neue Defender zu erkennen; im Vordergrund meiner:

Bei der Rückfahrt über die Autobahn konnte ich trotz Chiptuning den neuen Defender nicht abhängen - der ist erst bei ca. 150 km/h abgeregelt und recht viel schneller geht meiner auch nicht. Der Motor erscheint wirklich etwas kräftiger als der 2.4 Serienmotor.

So und was sind jetzt die echten Unterschiede zwischen Defender 2.4 und 2.2? Der 2.2...

  • hat einen Dieselpartikelfilter (DPF)
  • dadurch einen bis zu 10% höheren Verbrauch - je nach Fahrprofil
  • ist schneller, da bei ca. 150 statt 135 km/h abgeregelt
  • ansonsten gleiche Fahrleistungen
  • etwas leiser
  • leicht verbessertes ABS von Bosch
  • verbesserte Türdichtungen unten
  • eine LKW statt PKW Zulassung
  • eine Befestigung des Tankdeckels durch ein Gummiband
  • Instrumentenbeleuchtung mit LED statt Glühlampen
  • und einen gewichtsoptimierten Öffnungshebel für die Hecktür mit Löchern

Kommentare:

  1. Nicht alle Defender 2,2 mit Stahlfelgen werden ohne Stabilisatoren ausgeliefert - mein 90HT MY2015 hatte Stahlfelgen und Stabilisatoren vorne und hinten. Den Lenkungsdämpfer hab ich übrigens sehr bald ausgebaut - was für eine Erleichterung! Danke für den Tip!

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  2. Ich bin kein Fachmann, nur Praktiker. Immerhin nutze ich fast täglich eine der beiden Firmen-Defender. Der 110 ( BJ. Juni 2009 ) hat den 2,4 ltr.- Motor, der kleine ( BJ 2013, EZ Mai 2014 ) einen 2,2 ltr.; beide waren noch nie in der Werkstatt, der ältere bekam jeweils vor dem TÜV eine Autowäsche und wurde vor der Vorstellung leergeräumt und ausgefegt. Bei dem kleinen traten anfangs Undichtigkeiten im rechten Fußraum auf. Nach dem Entfernen der flauschigen Fußmatten halfen wenige ccm Silikondichtung, wie man sie im Bad verwendet. Der alte hingegen wies folgenden Mangel auf: Beim Öffnen der Mittelkonsole riecht es intensiv nach altem Friteuse-Fett. Widerlich! Offenbar war/ist der Leidensdruck nicht so erheblich, dass jemand versuchte das abzustellen. Der jüngere, der kleine stinkt nicht.
    Nun muß ich aber zum eigentlichen Thema kommen, die Motor-Charakteristik:
    Der 2,4 ltr. Motor gefällt mir weitaus besser als der Nachfolger mit nur 2200 ccm. Bei kaltem Start nagelt der 2,2 ltr.Motor wesentlich stärker, er ist lauter.
    Die Getriebe- und Differential-Übersetzungen beider Fahrzeuge sind wahrscheinlich gleich ( ungeprüft ), der 2,4 hat m.E. vor allem im mittleren Bereich deutliche Vorteile. Ein kontinuierlich ansteigendes Drehmoments. Der kleine hingegen ruckelt oft beim anfahren. Die Vergleichbarkeit bei V-max ist naturgemäß schwierig, da der große Alte bereits bei 135 kmh, der neuere kleine erst bei 145/148 kmh abgeregelt wird. ( Beide chips sind nicht entfernt worden. Da die beiden auch von Dritten gefahren werde, und ich nicht möchte, dass sich jemand "tot-fährt". ) Zuerst dachte ich, die unterschiedliche Abregelung hänge mit der unterschiedlichen techn.Ausstattung zusammen. Immerhin verfügt der kleine über ABS und Traktionskontrolle. Später erfuhr ich von LandRover, die Drehzahlfestigkeit des Motors sei der Grund für die differente Einschränkung.
    Im letzten August fuhr ich mit dem kleinen ( neueren ) mehr als 8.ooo km, überwiegend Autobahn. Der Verbrauch überrascht mich, bei nächtlicher Vmax BAB, also fast ohne Geschwindigkeitswechsel, verbrauchte er zw. 13 und 14 Liter. Das war für mich vollkommen ungewohnt, weil meinem alten Esel scheint es egal zu sein, ob er bei Minusgraden auf dem Felde steht und vor sich hintuckert, mit V-Max "on the highway" oder im Stadtverkehr gemächlich bewegt wird, er verbraucht in der Stunde um die zehn Liter Diesel. Deshalb würde ich anregen, einen Betriebsstundenzähler zu installieren - ähnlich wie beim Traktor, das wäre aussagekräftiger. ;-)
    Damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht........ der neuere Motor hat einen Dieselpartikelfilter. Dass er möglicherweise dadurch leiser wird, kann ich nicht beurteilen. Fest hingegen steht ( nach meiner Erfahrung ), dass schon recht bald, also nach ça. 5.ooo km die Anlage etwas, aber nicht störend lauter wird.
    Apropos Einfahren: LandRover gibt für die ersten 1000 km eine Geschwindigkeitsgrenze von 80 kmh vor. Die Zahnräder müssen sich wohl erst aneinander gewöhnen. Dringend erforderlich halte ich die anfängliche V-Höchstgeschwindigkeit schon aus dem Grunde, da der 90er eine sehr ungewöhnliche Straßenlage aufweist. So hat man Zeit, die Charakteristik des Wagens zu lernen. Aber auch der Wagen scheint an Erfahrung reicher zu werden, weil er sich im Zeitablauf setzt. Als Hilfsmittel kann ich empfehlen zwei Zentner Hafer hinter den Vordersitzen zu platzieren. Vor allem wenn der Wagen nur vom Fahrer besetzt ist. Und im ersten Winter.
    Dieses Problem hatte ich beim großen 110 nie, obwohl dieser (preiswert und) puristisch ist, kein ABS, keine Traktionskontrolle. In jeder Bundesstraßen-Situation sitze ich komfortabler und sicherer im großen. Und auch Vollbremsungen aus 120 kmh sind gut und ohne ausbrechen beherrschbar.
    Mit dem kleinen war ich - zum Glück - noch nie in so einer Situation. Aber als ich in einer 70kmh-Kurve bremste, kam der 90er ins hin-und-her schaukeln, was nichts anderes bedeutet, als dass das ABS jeweils Millisekunden zu spät eingriff.

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  3. Der lange Radstand birgt vor allem für schnelle Fernfahrten auch in Sachen Komfort große Vorteile. Der kleine hoppelt über Schlaglöcher und AB-Fugen und - wie gesagt - die Straßenlage ist um etliches besser.
    Einige Male im Jahr muß ich einen 411 Unimog (BJ 1961), der mit Balkenmähwerk > 2,3 to wiegt, das Leergewicht des PKW-Anhängers beträgt 760 kg, 85 km transportieren. Hierzu nehme ich natürlich den Großen Defender. Mit dem kleinen habe ich es nie probiert, ohne daraus eine Philosophie zu machen, d.h. vielleicht geht es mit dem kleinen genau so gut.
    Zwei Anmerkungen noch:
    Man darf m.E. einen Defender ( 6.Gang ) nicht mit einem Serie3 aus den späten 1970er Jahren vergleichen. LR war immer bemüht die Schnellaufeigenschaften zu optimieren. ( Ich habe noch einen 80 LightWeight von 1974, mit dem ziehe ich im Wald moderne Trikes aus dem Graben ( hat Agrarreifen ), oder berge im sumpfigen .Gelände Schwarzkittel ( Traktoren sind zu breit und zu hoch gebaut, um zwischen den Bäumen durchzufahren.)

    Für die Stadt zur KITA wäre der kleine sicherlich besser. Fahren Sie ruhig im 2.Gang an, das verträgt er wunderbar, wenn er mit 4 Personen beladen.
    Das dürfte allemal besser sein, als im ersten Gang anzufahren und die Gänge "durchzureißen". Denken Sie also an die Synchronringe und an den Produktionsort, der von einem laaangsaaamen Schalten ausgeht.
    2.) Last-not-least: Jeder Hof braucht einen LandRover.
    ( Einen, der die Dreckarbeit macht.)

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  4. Der lange Radstand birgt vor allem für schnelle Fernfahrten auch in Sachen Komfort große Vorteile. Der kleine hoppelt über Schlaglöcher und AB-Fugen und - wie gesagt - die Straßenlage ist um etliches besser.
    Einige Male im Jahr muß ich einen 411 Unimog (BJ 1961), der mit Balkenmähwerk > 2,3 to wiegt, das Leergewicht des PKW-Anhängers beträgt 760 kg, 85 km transportieren. Hierzu nehme ich natürlich den Großen Defender. Mit dem kleinen habe ich es nie probiert, ohne daraus eine Philosophie zu machen, d.h. vielleicht geht es mit dem kleinen genau so gut.
    Zwei Anmerkungen noch:
    Man darf m.E. einen Defender ( 6.Gang ) nicht mit einem Serie3 aus den späten 1970er Jahren vergleichen. LR war immer bemüht die Schnellaufeigenschaften zu optimieren. ( Ich habe noch einen 80 LightWeight von 1974, mit dem ziehe ich im Wald moderne Trikes aus dem Graben ( hat Agrarreifen ), oder berge im sumpfigen .Gelände Schwarzkittel ( Traktoren sind zu breit und zu hoch gebaut, um zwischen den Bäumen durchzufahren.)

    Für die Stadt zur KITA wäre der kleine sicherlich besser. Fahren Sie ruhig im 2.Gang an, das verträgt er wunderbar, wenn er mit 4 Personen beladen.
    Das dürfte allemal besser sein, als im ersten Gang anzufahren und die Gänge "durchzureißen". Denken Sie also an die Synchronringe und an den Produktionsort, der von einem laaangsaaamen Schalten ausgeht.
    2.) Last-not-least: Jeder Hof braucht einen LandRover.
    ( Einen, der die Dreckarbeit macht.)

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